Willi Manske: Die Lasterhaften Balladen des Francois Villon
13.01.2007, 20:00
Aufführungen am 12.1.07, 13.1.07 und 14.1.07
Ein Kerl aus Dreck und Seide - er säuft, hurt, besingt seine Freudenmädchen, brüllt sein Unglück heraus, beschreibt die Welt aus der Galgenperspektive und wiegt im nächsten Augenblick ein verirrtes Mäuschen zärtlich in seinen Händen.
Fancois Villon - der Delinquent, der bereits vor 500 Jahren zum Tode verurteilt und später begnadigt wurde. Er hat einen Priester totgeschlagen, gehörte einer Diebesbande an, war lebensbegierig und ist todesängstlich durch kurze 34 Jahre gerast. Seit dem Jahre 1463 ruht er "im eigenen Dreck". Francois Villon - Vagant und Poet, der Mann, der "sich den Wind zur Wohnung nahm".
Geblieben sind sein 'Großes Testament', seine Balladen, die der Schauspieler Wilhelm Manske und die Jazzmusiker Peter Tuscher, Alex Czinke, Sven Faller und Florian Oppenrieder vom Belletristik-Regal reißen und explodieren lassen.
"Ein baumlanger, rauer Landsknecht in Lederjacke, Jeans und T-Shirt frisch aus der nächsten Fernfahrerkneipe auf die Bühne gedonnert, und dazu, nein: mit ihm die einzige Musik unserer Tage, die so wild und zärtlich am Leben ist wie Villon und seine Verse: der Jazz. [?]
Ohne jeden Text abzulesen sprang er seinem Publikum buchstäblich mitten ins Gesicht, setzte sich einzelnen Zuhörern gegenüber und knallte, schrie, schmeichelte und schmierte ihnen die wüsten und die sanften Verse des französischen Vaganten um die Ohren." (Süddeutsche Zeitung)
Vorgetragen von Wilhelm Manske
Musikalisch interpretiert von Peter Tuscher - Trompete
Alex Czinke - Gitarre
Sven Faller - Kontrabass
Florian Oppenrieder - Schlagzeug