Theater Gegenstand:
Der Feuermacher
Ein Kältedrama nach Jack London
14.04.2007, 20:00
Die Sonne liegt
jenseits der Erdkrümmung. Ein arktischer Wintertag. Alaska, minus
60° C. Ein Pfad auf dem vereisten Strom, darauf ein Mann. Seine
Begleiter: Kompass und Uhr, ein Hund. Mittagsrast am prasselnden
Feuer. Dann weiter, auf das Lager zu. Noch ein Feuer. Und weiter.
Nacht. Tanzende Sterne. Die Erde ist weit weg. Pruniella Fuchs legt an diesem Theaterabend den frostigen Weg des Feuermachers zurück, markiert auf dämmriger Bühne dessen Stationen. Michael Protzen als Schatten im Hintergrund schafft mit seiner Klanginstallation die Atmosphäre eisiger Kälte. Jack Londons "To Build A Fire" hat Fuchs zu ihrem Bühnentext inspiriert. Einmontiert in das Schicksal des Einzelgängers sind Passagen, die Londons schwierige Kindheit und Jugend spiegeln, und - mitten in der Arktis - seine Liebe zum Südpazifik.
Jack London wurde 1876 in San Francisco geboren und wuchs vaterlos auf. Er musste früh anfangen, sich mit Jobs von Kalifornien bis Alaska durchzubringen. Dabei lernte London die Nöte der Armen, Unterprivilegierten kennen. Hier liegt die Wurzel für den Sozialismus Londons, aber auch die für seinen Individualismus, seinen Darwinismus und sein Faible für Nietzsche. Ab 1899 wurde London veröffentlicht, meist in Zeitschriften. Hauptthema seiner Geschichten ("Der Seewolf", "Wolfsblut", "Ruf der Wildnis") ist das Spannungsfeld Natur - Zivilisation. Jack London starb 1916 - an einem Nierenleiden und einer Überdosis Drogen.
Bühnenfassung: Pruniella Fuchs | Klanginstallation: Michael Protzen
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