Joelle Leandre und Lauren Newton - das Duo zweier Solistinnen - Live in Rhein/Main

Tag der Veranstaltung:
Beginn:
20:00 Uhr
Kategorie:
Konzert / Session: Jazz
Gethsemanekirche, Eckenheimer Landstraße 90, Frankfurt - U5 Eckenheimer Landstraße 90 , 60318 Frankfurt am Main

Sie kennen und schätzen sich seit 32 Jahren. Nun sind die beiden Improvisationskünstlerinnen Joelle Leandre und Lauren Newton gleich zweimal in der Rhein/Main-Region zu erleben: Am 4. September um 20 Uhr in der Gethsemane-Kirche in Frankfurt/M., am 6. September um 18 Uhr in der ev. Kirche in Maintal-Hochstadt.

Dutzende Konzerte haben die französische Kontrabassistin Joelle Leandre und die US-amerikanische Vokalistin Lauren Newton miteinander bestritten und mehrere CDs zusammen eingespielt. Bis heute führt ihr jeweiliges musikalisches Selbstverständnis sie immer wieder in Duo-Konzerten zusammen – nicht zuletzt anlässlich des Albert-Mangelsdorff-Preises 2025 in Berlin. Der Preis ist die bedeutendste Auszeichnung für Jazzmusiker*innen in Deutschland und wird seit 1994 von der Deutschen Jazzunion für herausragende künstlerische Leistungen sowie nachhaltige Impulse für die Entwicklung der Jazz- und Improvisationsszene verliehen. Vielfach geehrt wurde bis dato auch Joelle Leandre. So erhielt die Kontrabassistin 2023 beim Vision Festival: Improvising the Future in New York den Lifetime Achievement Award für ihr Lebenswerk https://www.artsforart.org/events/vision-festival-2023/; im September 2026 veranstaltet der kanadische Bundesstaat Ontario zu Ehren ihres 75-jährigen Geburtstags und 50-jährigen Bühnenjubiläums ein ganzes Festival.

Die Künstlerinnen:

Lauren Newton, in Oregon geboren und seit 1974 in Baden-Württemberg lebend, machte sich mit ihrer kunstvollen Erweiterung vokaler Ausdrucksmöglichkeiten international einen Namen. Als Solistin trat sie in legendären Formationen wie dem Vienna Art Orchestra oder Vocal Summit und an der Seite von Größen wie Bobby McFerrin oder Anthony Braxton auf. Ihre Diskografie umfasst rund 90 Aufnahmen. Auszeichnungen wie der Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 1983 und der Sonderpreis des Jazz-Preis Baden-Württemberg für ihr Lebenswerk 2020 ehrten die Künstlerin, die bis heute mit Konzerten, Kompositionen und Lehre die Musikszene inspiriert. Ihr Buch Vocal Adventures – Free Improvisation in Sound, Space, Spirit and Song erschien 2022 im Wolke-Verlag.

Ihr einzigartiger Stil macht sie zu den prägenden zeitgenössischen Vokal-Improvisatorinnen des Jazz. Mit ihren Werken schafft sie Brücken zwischen Tradition und Innovation, was von der Jury entsprechend gewürdigt wird. „Der Albert Mangelsdorff Preis 2025 geht an eine Künstlerin, die außergewöhnlich konsequent einen künstlerischen Weg verfolgt, den keine vor ihr gegangen ist, und mit der Konsequenz ihrer Haltung zahlreiche Musikerinnen und Musiker inspiriert und immer wieder ermutigt hat. Lauren Newton ist ein Fixstern der Improvisierten Musik, eine (ideale) Gesamt-Musikerin, die alles zugleich ist, Komponistin und Interpretin, Schöpferin und Improvisatorin, Sängerin und Instrumentalistin ihrer Stimme, Abrissbagger abgestumpfter Klischees und Baumeisterin einer neuen Welt aus Klang und tiefer, menschlicher Kommunikation“, heißt es in der Jurybegründung.

„Lauren Newton ist mit ihrer unverwechselbaren Klangsprache eine prägende und zentrale Vertreterin der experimentellen freien Vokalmusik im Jazz. Der Albert-Mangelsdorff-Preis würdigt Persönlichkeiten, die der Jazzszene richtungsweisende Impulse geben – und ihr innovatives Schaffen steht exemplarisch für diesen Anspruch. Ich gratuliere herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung.“, so Dr. Monika Staudt, Geschäftsführerin der GEMA-Stiftung.

Joëlle Léandre, 1951 in Aix-en-Provence geboren, ist eine französische Kontrabassistin, Komponistin und Improvisatorin. Und eine Performancekünstlerin, die den Kontrabass weit über seine klassisch definierten Grenzen als Saiteninstrument treibt. Begleitet von ihrer kraftvollen Stimme, wird aus dem Auftritt einer Solo-Künstlerin so das Konzert eines vielstimmigen Ensembles.

« I want to play sounds, I love to play sounds. » Joelle Léandre

Ihre Musik und ihre Arbeit, sowohl als Solo-Musikerin als auch im Ensemble, umspannen den ganzen Globus. In Frankfurt und Umgebung kennt man Joelle Léandre spätestens seit den Canaille-Festivals für improvisierte Musik, die von 1986 bis 1992 in mehreren europäischen Städten stattfanden und 2024 eine Neuauflage in Frankfurt erlebten.

Léandre arbeitet zusammen mit den großen Namen des Jazz und der Improvisation, darunter neben Lauren Newton auch Fred Frith, der verstorbenen Irène Schweizer, George Lewis, Hamid Drake, Steve Lacy, John Zorn. Viele Komponisten haben für sie komponiert oder ihr Partituren gewidmet, darunter Morton Feldman, John Cage und Giacinto Scelsi. Als Gastprofessorin lehrte sie Komposition und Improvisation am Mills College in Oakland, Kalifornien. Sie wurde zum "Chevalier de l'Ordre National du Mérite" und zum "Chevalier de l'ordre des Art et des Lettres" (Frankreich) ernannt. Joëlle Léandre hat mehr als 200 Alben und CDs aufgenommen.

Die Konzerte sind eine Kooperationsveranstaltung von Jazz Initative Frankfurt und Kultur im Ghetto in Frankfurt am Main sowie der ev. Kirche Maintal-Hochstadt und der Stiftung Eliashof in Maintal-Hochstadt.

Eintrittspreis

Kein Eintritt

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