Weibliche Homosexualität im Nationalsozialismus

ZiBB - Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung Gießen

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Donnerstag, 15. August 2019, 19:00 Uhr
Kategorie: Vortrag

Vortrag von Dr. Esther Abel

„Eine Frage der Abwägung zwischen verschiedenen Übeln.“ Die Nationalsozialistische Begründung der Nicht-Einbeziehung weiblicher Homosexualität in den § 175.
Frauen wurde nach der Ideologie der Nationalsozialisten kein Status autonomer Sexualität zugeschrieben. Gleichzeitig sind Frauen im Nationalsozialismus dann deutlich sexualisiert, wenn es um negative Zuschreibungen geht. Als bereits Ende des 19. Jahrhunderts weibliche Homosexualität eine wissenschaftliche Kategorie wurde, untersuchte der Berliner Arzt Wilhelm Hammer nicht etwa bürgerliche Frauen, sondern sogenannte „gefallene Mädchen“, die er in Heimen oder in Erziehungshaft vorfand. In dem Zusammenhang fällt auf, dass homophobe Konstrukte weibliche Homosexualität immer mit Promiskuität oder Prostitution assoziieren, also deutlich sexualisierte Zuschreibungen. Umso seltsamer, zugleich aber auch logisch, dass die Nationalsozialisten Frauen aus dem § 175 ausdrücklich herausnahmen, gerade im Zuge der Verschärfung 1935. Die Gründung der „Reichszentrale zur Bekämpfung von Homosexualität und Abtreibung“ zeigt, wodurch die Nazis bei den jeweiligen Geschlechtszuschreibungen die Gefahr der „Volksgesundheit“ sahen. Der Vortrag zielt darauf ab, die Argumentationen der Befürworter und Gegner einer Einbeziehung von Lesben in den § 175 zu untersuchen und die Geschlechter- und Sexualpolitik der Nazis in deren Rassenideologie sowie die völkische Ideologie einzubinden.

Veranstaltungsbeginn: 19:00 Uhr

Eintrittspreis

Eintritt frei

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