Hello Emerson

Hafen 2

Nordring 129, 63067 Offenbach | Hotline: 069 26012223

Raum/Zimmer: Halle

Sonntag, 26. Januar 2020, 16:00 Uhr
Kategorie: Konzert

Sam Bodary, der Kopf hinter Hello Emerson, ist 23 Jahre alt und hat gerade ein Literaturstudium an der Ohio State University abgeschlossen. Seine Abschlussarbeit zeichnet Verbindungen zwischen dem Schaffen von David Foster Wallace und J. D. Salinger nach. Genauer gesagt zwischen Wallaces Kurzgeschichte Good Old Neon, die er als Antwort auf oder Dialog mit der Glass Familien-Saga deutet, die den Großteil von Salingers Kurzgeschichten durchzieht. Ein bisschen viel Literaturwissenschaft vielleicht, aber die beiden Autoren sind tatsächlich hilfreich, um die Musik Bodarys und seines alter egos Hello Emerson zu verorten: detailreiche Narrative, gleichermaßen jugendlich wie humanistisch und weise. Ohio, die erste Single von Above the Floorboorads, ist auch so eine Korrespondenz unter befreundeten Songwritern, die letztlich aber in eine New Orleans-artige Big Band hineinstolpert. Und neben so vielen Worten zum Text muss man auch ganz kurz noch sein virtuoses, manchmal dem Bluegrass nahestehendes Gitarrenspiel erwähnen, die wahnsinnige Dynamik in vielen seiner Lieder und eine Stimme, die irgendwo zwischen dem jungen Conor Oberst und M. Ward pendelt. Wenn man weitere musikalische Verandtschaften herstellen möchte – auf Debütalben ist das schließlich erlaubt – dann muss man Sufjan Stevens oder Okkervil River noch erwähnen, The Mountain Goats und Andrew Bird.

 


Hello Emerson hat mittlerweile zwei weitere feste Mitglieder, den Pianisten Jack Doran und den Percussionisten Daniel Seibert. Doch die Produzentin Victoria Butash hat das Album sorgfältig um Bodary, sein filigranes Gitarrenspiel und seine Stimme herum gebaut. Trotz der enormen Anzahl von 24 MusikerInnen wirkt es niemals überladen. Da klingen ein Streichertrio, eine üppige Bläsersektion, Pedal Steel Guitar, Piano, Synthesizer, Wurlitzer, Drums und Kontrabass ...und das alles hört sich wunderbar an, funktioniert aber allein mit Gitarre und Stimme ganz genau so gut. Denn Bodarys Songs sind etwas Besonderes. Sie finden ihre Form über ihre Erzählungen und fließen ineinander wie ein Netzwerk aus Flüssen, über Intros verwoben oder direkt miteinander verknüpft.

Die Songs von Sam Bodary sind "distinclively mid-western" – während sich Ost- und Westküste nach ganz großen Statements sehnen, gibt der Mittlere Westen sich stets höflich, dezent und bescheiden. So will auch Bodary seine eigentliche Größe verbergen. Muss er gar nicht, Platte und Musik sind wahrlich großartig!

 

Veranstaltungsbeginn: 16:00 Uhr

Eintrittspreis

Eintritt frei

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